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Anklage wegen mehrfachen Mordes

Anklage wegen Familientragödie in Rot am See

27.04.2020. Ellwangen. Rot am See

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat gegen einen 26-jährigen Mann aus Rot am See Anklage wegen des Verdachts des mehrfachen Mordes erhoben. Dem Angeschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft Mord in sechs tatmehrheitlichen Fällen sowie versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei tatmehrheitlichen Fällen zur Last gelegt. 

Der Angeschuldigte soll nach der Anklage der Staatsanwaltschaft Ellwangen bereits seit längerer Zeit geplant haben, seine Mutter und seine Halbschwester wegen angeblicher Misshandlung zu töten. Zu diesem Zweck soll er in einen Schützenverein eingetreten und legal eine Pistole Kaliber 9 mm erworben haben. Am 24.01.2020 kam es dann anlässlich einer Beerdigung zu einem Zusammentreffen der Familie in Rot am See, wo der von der Mutter getrenntlebende Vater des Angeschuldigten zusammen mit dem Angeschuldigten wohnte. Gegen Mittag des 24.01.2020 soll der Angeschuldigte im Treppenhaus zunächst aus der Pistole mehrere Schüsse auf seine Mutter abgegeben und seinen Vater erschossen haben. Im Anschluss daran soll er im Erdgeschoss auf seinen Halbbruder vier Schüsse abgegeben haben. Anschließend soll er im Treppenhaus einen Schuss auf eine Tante abgegeben und diese am Oberarm getroffen haben. Die Tante konnte anschließend flüchten. Danach habe der Angeschuldigte, so die Anklageschrift, im Eingangsbereich einen Onkel erschossen und dann auf einen aus dem Haus flüchtenden weiteren Onkel Schüsse abgegeben, die diesen am Oberkörper trafen. Ungeachtet dessen konnte der Geschädigte flüchten. Er überlebte - ebenso wie seine Ehefrau - die erlittenen Schussverletzungen. Danach soll der Angeschuldigte auf der Rückseite des Gebäudes seine Halbschwester, die sich um ihren lebensgefährlich verletzten Bruder kümmerte, erschossen haben. Die Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, dass der Angeschuldigte dann vier Schüsse auf eine hinzukommende Tante abgeben habe, woraufhin diese ebenfalls verstarb. Anschließend soll der Angeschuldigte in der Küche des Gebäudes auf seine schwerverletzte Mutter einen gezielten Kopfschuss abgegeben und diese hierdurch getötet haben. Nach der Anklageschrift feuerte der Angeschuldigte, welcher drei Magazine mit Munition bei sich führte, insgesamt 30 Schüsse ab. 

Der 26-jährige Angeschuldigte ist strafrechtlich noch nicht vorbelastet. Er hat bei zwei Vernehmungen die Taten gestanden. Im Rahmen der Hauptverhandlung wird die Expertise eines psychiatrischen Sachverständigen eingeholt werden. Möglicherweise liegt beim Angeschuldigten eine krankhafte seelische Störung bzw. eine paranoide Schizophrenie vor.

Hinweis:

Der Angeschuldigte gilt bis zur seiner rechtskräftigen Verurteilung durch ein Gericht als unschuldig.

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